Ein ganz besonderes Gedenken, verbunden mit großem
Dank widmet die Kolpingfamilie Markt Schwaben einem Manne - einem
Priester - der in der Nachkriegsgeschichte der Kolpingfamilie einen
Markstein gesetzt hat und zum großen Gönner und Freund geworden ist.
PFARRER
KORBINIAN OSTERMAYR
(Wendelsteinpfarrer)
Nicht allein seine Erscheinung, vor allem sein Wirken machte ihn zu
einem wahrhaft „großen Mann". Am 20. 11. 1868 in Haus bei Markt Schwaben
als Landwirtssohn geboren, am Fest der Apostelfürsten Peter und Paul im
Jahr 1894 zum Priester geweiht, wirkte er 22 Jahre lang als Direktor der
St. Josefs-Bücherbruderschaft in Rosenheim. 43 Jahre lang war er„
Wendelsteinpfarrer". Schon zu einer Zeit, als noch keine Bahn zu einem
unserer schönsten bayerischen Berge hinaufführte, feierte er Sonntag
für Sonntag die Hl. Messe auf dem Wendelstein. Deshalb ziert auch eine
Miniatur des weltberühmten Kirchleins den Grabstein auf dem Schwabener
Friedhof, in dem Pfarrer Ostermayr seine letzte Ruhestätte gefunden hat.
Pfarrer Ostermayr war nicht nur Ehrenbürger der Marktgemeinde Markt
Schwaben und Priestersenior der Erzdiözese München-Freising, sondern
auch Ehrenpräses der Kolpingfamilie Markt Schwaben.
Es war sein großer Wunsch, seinen Besitz an der Erdinger Straße, vielen
Schwabener Bürgern auch unter dem Namen „Ostermayr-Villa" bekannt, einem
wohltätigen, sinnvollen Zweck zuzuführen. Die Kolpingfamilie Markt
Schwaben nahm dieses große Geschenk mit Freude und Dankbarkeit entgegen.
Erst durch diese Überschreibung der Ostermayr-Villa inmitten eines
herrlichen Gartens, war es der Kolpingfamilie möglich, aus einer
gewissen Anonymität herauszutreten und ihren großen Auftrag in Kirche
und Gemeinde - gegeben von Adolph Kolping - zu verwirklichen.
Am 22. September 1957 fand nach vielen, von den Kolpingssöhnen
geleisteten Arbeitsstunden, in dem schmucken neuen Vereinsheim die erste
Versammlung statt. Anlässlich des 90. Geburtstages von Pfarrer Ostermayr
wurde er während einer Festveranstaltung zum Ehrenpräses der
Kolpingfamilie Markt Schwaben ernannt.
Es war ihm nicht mehr lange gegönnt, das Wirken der Kolpingsfamilie
mitzuerleben. Am 4. Dezember 1959 schloss Pfarrer Ostermayr nach einem
langen, segensreichen Wirken als Priester und Mensch für immer die
Augen.
Am Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens, am 8. Dezember 1959 wurde
er von den Kolpingsöhnen, begleitet von einer großen Trauergemeinde zu
Grabe getragen.
Jährlich am Sonntag um seinem Todestag herum feiert die Kolpingfamilie
ihm und Adolf Kolpings zu Ehren in der Pfarrkirche einen feierlichen
Gedenkgottesdienst. Anschließend versammeln sich die Mitglieder
der KF an seinem Grab zum stillem Gebet.
Am 18. Juli 1976 wurde nach einem feierlichen Gottesdienst auf dem
Wendelstein eine Gedenktafel für Pfarrer Ostermayr eingeweiht.
Alfons Müller
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